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Hendrik Bicknäse – Himmel, Hölle und andere Reiseziele

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Lyrik und Essays, Gebunden, 120 Seiten

Seinen Gedichten gelingt es, das Innen mit dem Außen zu verbinden, sie laden zum Nachdenken und Insichgehen ein. Dabei sind sie alles andere als zerebrales Trockenfutter: Sie zergehen auf der Zunge, öffnen die Poren deiner Haut und deinen siebten Sinn für das Metaphysische und Übersinnliche. In dieser Sammlung finden Sie zwischen den Künsten grenzüberschreitend philosophische Sujets und entlegene formale Entwürfe vereint – ob in Meditationen, im Langvers oder Prosagedicht, in der Hymne oder in Poemen und weiteren poetischen Formen die Zonen der Beschädigung beklagt werden oder im Langgedicht das Lesen und die Sprache selbst Gegenstand kritischer Betrachtung ist. Ob lakonisch gesprochen wird oder pathetisch, laut oder leise, metaphorisch oder realistisch, ob unsere Gegenwart und Geschichte in den Blick genommen wird, der bürgerkriegsähnliche Zustand in der Gesellschaft oder im Parlando die überragende Macht der Schönheit und Liebe. Linke Illusionen werden durchleuchtet und Widersprüche mit Empathie oder Witz bloßgelegt. Eines jedoch gilt übergreifend: Die Gedichte bieten Widerstand gegen eine Strömung, in der die Sprache ihrer Abschaffung zutreibt – weil der Mensch selbst es ist, der sich abschafft.

Über den Autor:
 Der Göttinger Schriftsteller Hendrik Bicknäse (geb. 1947), vielsprachiger europäischer Kosmopolit, lebte und arbeitete in mehreren Ländern Europas. - Für die Vorgänge in der Welt ist er frühzeitig wach. Als Schüler gründet er 1962 eine AG Junge Europäische Föderalisten (JEF). Es werden internationale Seminare, damals vor allem im Austausch mit Frankreich, organisiert. - 1967 gründet er zwei der ältesten Amnesty International-Arbeitsgruppen in Deutschland. – Im Vorstand der Gesellschaft für Kulturaustausch leitete er diese von 1985 bis 2006 als Kurator, Kunst- und Kulturvermittler.
 
Als Lyriker hat er es als Privileg und Verpflichtung betrachtet, die Zeitläufe dicht zu umkreisen, mit Engagement und mit Worten. In  frühen Gedichtbänden ab 1976 beschäftigen ihn der Holocaust, die Rechtlosigkeit nicht nur politischer Häftlinge, die Strafverfolgung von Hausbesetzern, die Berufsverbote und auch die Verfolgung der RAF-Sympathisanten. Als Autor setzt er nicht aufs bloß Erwartete, Marktgängige, sondern er sucht die Überraschung – oder eben, frei nach Hannah Arendt: Texte fürs Denken & Lesen ohne Geländer.
 
„Bicknäse geht es um die Aufhebung des Mythos von ‚privat‘ und ‚öffentlich‘,“ schreibt das Göttinger Tageblatt. – Die Monatszeitschrift Kultur & Gesellschaft beurteilt das Engagement des Autors: „Immer wieder die Aufforderung, nicht am Rubikon zu hocken und Fische zu fangen; immer wieder das Wissen darum, dass sich das ‚ICH‘ nur in gemeinsamer Tat mit dem ‚DU‘ behaupten kann.“
 
Nach eigener Einschätzung sieht Bicknäse seine Aufgabe so: „Mein Innen ist zunächst unantastbar von der bloßen politischen Aktualität. Für mich bleibt weiterhin Artikel 5 des Grundgesetzes die Grundlage meiner Arbeit. Für meine Kunst und mein Leben gilt zuvorderst: Die unverschuldet Schwachen vor dem Übergriff der Stärkeren verteidigen. Und dann: Es reißt nicht ab. Die allgemeine Meinungsfreiheit muss weiter und jederzeit bedacht verteidigt und beackert werden. Man kann sich darauf nicht ausruhen. Das Recht steht auch denen zu, die aktiv gegen Demokratie vorgehen. In dieser Schwachstelle liegt Aufgabe und Verpflichtung.“

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